Angst und Angstzustände
von Dr. med. Mathäus Fehrenbach (Facharzt für Allgemeinmedizin, Badearzt, Naturheilverfahren)
Den Ausführungen mag ein Wort von Axel Munthe vorausgehen: Die Seele braucht mehr Raum als der Körper.

Ausdruck der Angst - Urheber: Victor Bezrukov - Lizenz: cc-by-2.0
Der aufmerksame Leser wird sich fragen, ob Angst denn überhaupt eine Krankheit, nicht nur ein normaler Gemütszustand im Auf und Ab des menschlichen Seelenlebens sei! Er hat insofern recht, als Angst zum menschlichen Leben gehört wie Freude und Ärger, Vergnügen und Verdruss. Die Angst ist ein Schutzmechanismus gegen heraufziehende Gefahren, gegen äußere und innere Verwundungen, gegen das Schlimmste im Leben eines Menschen, gegen die Bedrohung durch den Tod. Die Angst ist einem Warnsignal vergleichbar, einer roten Ampel, die immer dann aufleuchtet, wenn Gefahr von außen droht oder Wagnis aus persönlichem Übermut die persönliche Sicherheit preisgibt. In diesem Sinn wäre letztlich die Angst etwas Positives, gewissermaßen der stets gegenwärtige Schutzengel eines Individuums, Symptom eines normalen Warnsystems im menschlichen Dasein.
Erst wenn die Angst in uns ein Eigenleben führt, wenn sie sich in unserer Gefühlswelt zu einem nicht mehr greifbaren Ungeheuer entwickelt, wird sie zur behandlungsbedürftigen Störung.
Zwei Angstvarianten versinnbildlichen den Seelenzustand des Betroffenen. Einmal die Angst vor der Einsamkeit, dem Alleingelassen werden, der Schutzlosigkeit, die »Platzangst«. Weite und große Plätze, Dunkelheit und Stille, leere Straßen und einsame Wälder aktivieren diese Angst der Verlassenheit und steigern sie oft zu panikartigen Zuständen. Der leere Platz wird zum Symbol der Unsicherheit, öffnet den Blick in eine ungewisse Zukunft.
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