Geriatrie

Die Geriatrie – eines der jüngsten Fächer der Medizin

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Verfasserin:
Frau Dr. med. Georgina Mihalka-Kistzky (Fachärztin für Innere Medizin, Geriatrie; Fachärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin, spezielle Schmerztherapie)

Information:

Geriatrie

Spezialgebiete verlangen nach Spezialisten, die als Kenner ihres Fachs mit allen Details vertraut sind. Was sich zu einem Spezialgebiet entwickelt ist nicht zuletzt abhängig von den allgemeinen Lebensumständen, dem Stand der Wissenschaft sowie dem Willen und Wunsch der Gesellschaft nach Veränderung. Gerade in der Medizin war die Aufgliederung nach Fachgebieten ein stets fortwährender Prozess über die letzten Jahrhunderte. Eines der jüngsten medizinischen Spezialgebiete ist die Geriatrie, welche auch im Rehabilitations- und Präventionszentrum Bad Bocklet unter der Leitung von Chefärztin Frau Dr. Georgina Mihalka-Kisitzky etabliert ist.

„Geriatrie“, dieser Begriff wurde erst vor 103 Jahren durch Ignatius Nascher, einem renommierten, aus Österreich stammenden Mediziner aus den USA ins Leben gerufen. Er besuchte während eines Aufenthaltes in Wien das Versorgungszentrum in Lainz und musste mit Erstaunen feststellen, dass die „Insassen“ dort deutlich länger lebten und vor allem wesentlich weniger krank wurden, als die restliche Bevölkerung in Wien bzw. anderswo. Er erklärte diesen Effekt mit den speziellen, altersbezogenen Behandlungsmethoden und stellte den Vergleich mit der Pädiatrie/Kinderheilkunde dar. So nannte er erstmals das Fachgebiet „Geriatrie“ beim Namen.

Was ist es, was die Geriatrie so einzigartig macht? Wir erleben heute eine hochspezialisierte, organbezogene Medizin, welche durch ihren Fortschritt maßgeblich dazu beiträgt, dass die Lebenserwartung immer weiter steigt. So zeigt die demographische Entwicklung unverkennbar, dass der Anteil der hochbetagten Menschen mit jedem Jahr zunimmt. Verschiedene statistische Vorausberechnungen besagen, dass in naher Zukunft auf 2 – 3 hochbetagte und evtl. pflegebedürftige Menschen ein junger Mensch kommt. Die heutigen „Jüngeren“ waren noch vor vielen Jahren die „Alten“. Die heutigen „Alten“ sind mittlerweile hochbetagt. Je älter ein Mensch wird, desto mehr Erkrankungen kommen erfahrungsgemäß aufgrund der Lebensjahre hinzu. Diese Entwicklung nennt man Multimorbidität. Diese Multimorbidität ist der Grund für Krankheitskomplikationen. Es wäre fatal zu denken, es sei ausreichend, jede Krankheit für sich separat zu behandeln. Nur, wenn man einen alten Menschen mit all seinen Erkrankungen in der Gesamtheit betrachtet, kann eine individuelle Behandlung erfolgen.

Es sollte im Interesse Aller liegen das Leben von alten Menschen mit Selbstständigkeit zu erfüllen. Um dies zu erreichen benötigen die Gesellschaft und vor allem die Patienten Spezialisten für Altersheilkunde – die Geriater.

Am Anfang einer geriatrischen Behandlung – egal ob akutgeriatrisch oder rehabilitativ, wie z. B. im Rehazentrum Bad Bocklet – steht die Erhebung des geriatrischen Assessments. Es dient dazu, positive und negative Ressourcen, Fähigkeiten und Fähigkeitsstörungen zu verifizieren. Anhand der erstellten Ergebnisse werden das Behandlungs- und Therapiekonzept abgestimmt, die Ziele festgelegt. Im Verlauf der Behandlung wird die Realisierbarkeit der Ziele ständig überprüft und anhand der bis dato erzielten Ergebnisse jeweils angepasst.

Im Vergleich zu jungen Patienten muss bei einem geriatrischen Patienten damit gerechnet werden, dass eine vollständige Genesung nicht immer zu erreichen ist und ein komplett eigenständiges Leben ggf. nicht mehr möglich sein wird. Es ist Aufgabe der Geriater die Patienten wieder auf den Alltag vorzubereiten und die Weichen zu stellen, um ein annähernd selbstständiges Leben in der Häuslichkeit zu gewährleisten. Dafür sorgt im Rehabilitations- und Präventionszentrum Bad Bocklet ein kompetentes Team aus Ärzten, Pflegekräften, Psychologen, Physio- und Ergotherapeuten, Logopäden sowie
dem Sozialdienst.

Eine geriatrische Rehabilitationsmaßnahme kann direkt an die Behandlung im Akutkrankenhaus anschließen (Beantragung in der Regel über den Sozialdienst) oder auch über den Hausarzt/Facharzt bei der Krankenkasse eingeleitet werden. Dabei gilt für die Kranken- und Pflegeversicherung der im Sozialgesetzbuch XI verankerte Grundsatz „Reha vor Pflege“ zu berücksichtigen.

Kontakt:
Rehabilitations- und Präventionszentrum Bad Bocklet
Frankenstraße 36
97708 Bad Bocklet
Telefon: 09708/79-3430
Telefax: 09708/79-3435

Textform:
Presseartikel

Stichworte:
Geriatrie, Alterskrankheiten

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